Bergwandern am Comer See  (03.06. - 06.06.2010)

 

Vor ziemlich genau 4 Jahren sind wir durch einen „Zufall“ auf das Hotel Baia di Pare in Valmadrera gestoßen. Dieses kleine und familiär geführte Hotel mit einer leckeren Küche blieb uns damals in sehr guter Erinnerung. Abgerundet wurde der Aufenthalt im Baia di Pare im Juni 2006 durch das sehr freundliche Personal und durch die sehr reizvolle Lage in Seenähe. Nach 4 Jahren war es wieder soweit - Dieses Mal waren wir insgesamt 10 Personen, die gemeinsam über Fronleichnam 4 schöne Tage am Comer See erleben durften.

 

 

3. Juni: Anreise und Wanderung Monte Barro (922 m)

Wir fuhren bereits frühmorgens los, so dass wir vor dem großen Stau durch den Gotthard fahren konnten. Der Plan ging nicht zu 100% auf, aber unsere Wartezeit vor der „Röhre“ war zeitlich sehr überschaubar. Ohne weiteren Stau fuhren wir über Bellinzona - Chiasso - Como bis zur Ortschaft Galbiate, die reizvoll oberhalb von Lecco liegt.

Wir starteten nun zu unserer Tour zum Monte Barro, dem ungemein aussichtsreichen und botanisch interessanten Berg südlich von Lecco. Vom Parkplatz vor dem Friedhof in Galbiate (371 m) liefen wir auf dem schmalen Fahrsträßchen Richtung Monte Barro. Nachdem wir bereits die ersten schweißtreibenden Höhenmeter hinter uns hatten, führten die ersten Wanderschilder rechterhand in den Wald hinein. Bald erreichten wir das Eremo di Monte Barro mit einer schönen Aussichtsterrasse. Hier machten wir unsere 1. Rast und genossen den Blick von der Terrasse. Danach machten wir uns an das letzte Wegstück bis zum Gipfel (922 m). Telweise war der Weg etwas steil, dennoch problemlos zu begehen. Bald erreichten wir das Gipfelkreuz und genossen eine schöne Rundumsicht. Um uns herum flogen einige Schmetterlinge durch die Lüfte, die teilweise auch fotografisch eingefangen wurden. Es versteht sich von selbst, dass dieser Platz mit seiner beinahe 360Grad-Rundumsicht für eine längere Pause einlud. Danach machten wir uns an den Abstieg über den aussichtsreichen Höhenrücken. Die felsigen Passagen wurden von allen Personen mit Bravour bewältigt. Wir genossen die Aussicht und einige botanische Besonderheiten (z. B. prachtvolle Feuerlilien). Irgendwann war dieser reizvolle Wegabschnitt vorbei und wir erreichten wieder einen schattenspendenden Wald. Bei der nächsten Abzweigung gab es einen Brunnen, der eine willkommene Abkühlung darstellte. Die Schlussetappe der heutigen Tour führte uns an zahlreichen Gartengrundstücken vorbei bis in den Ortskern von Galbiate.

Anschließend fuhren wir in unser Hotel Baia di Pare. Nach einem kurzen Einchecken folgte ein leckeres italienisches Abendessen mit reichlich Vino della Casa und netten Unterhaltungen.

 

 

4. Juni: Anregende Bergtour zur Monte Resegone (1875 m)

Unsere heutige Tour führte uns zum Monte Resegone, dem Hausberg von Lecco. Imposant thronen diese Kalkzinnen über der 50.000 Einwohner zählenden Stadt, ein wahrlich spektakulärer Hausberg.

Die ersten 700 Höhenmeter legten wir mit der Funivia Piani d`Erna. zurück. Mit der Seilbahn fuhren wir zur reizvoll gelegenen Hochfläche Piani d`Erna (1303 m). Ein sonniger Tag kündigte sich an, also wie geschaffen für diese Tour. Von der Bergstation sind die Wanderwege zur Resegone ausgeschrieben. Bei der ersten Verzweigung mit einigen Wanderwegweisern folgten wir dem Weg Nr. 5 und Nr. 1. Der schmale Pfad führte uns im Wechsel anfangs durch einen Bergwald, später wechselten Wald und imposante Felsen ab. Ein traumhafter Weg mit einer tollen Aussicht. Schwindelfreiheit und Trittsicherheit sind während der gesamten Tour unbedingt erforderlich. Nach der Hochfläche Pian Serrada (1475 m) begann schließlich der anspruchsvollste Teil der Tour. Steil und teilweise etwas ausgesetzt führte uns der Bergweg mit der 1er-Markierung Richtung Gipfel. Bald konnte man das Rifugio Azzoni (1860 m) erkennen, welches nur wenige Meter unterhalb der Monte Resegone (1875 m) in sehr aussichtsreicher Position erbaut wurde. Bei sehr angenehmen Temperaturen und einer phänomenalen Rundumsicht, die vom Apennin im Süden bis zur Bernina und den Berner Alpen im Norden reichte, gab es die wohlverdiente Pause. Nach einer sehr ausgiebigen Gipfelrast machten wir uns an den Abstieg, der aufgrund des steilen Geländes wesentlich anspruchsvoller als der Aufstieg war. Das intensive Licht der Nachmittagssonne sorgte für zahlreiche Fotomotive. Auf absolut identischen Wege liefen wir zurück bis zur Bergstation. Kurz vor Ende der Wanderung kamen wir an einem großen Bestand vom Affodill (https://de.wikipedia.org/wiki/Weißer_Affodill) vorbei.

Die reine Gehzeit betrug ca. 5 Stunden bei etwa 800 Höhenmetern im Auf- und Abstieg. Eine wirklich anspruchsvolle, dafür sehr lohnenswerte Tour.

Danach gab´s wieder ein leckeres Abendessen zur Belohnung. Dabei konnten wir voller Stolz direkt vom Speisesaal zu unserem heutigen Tagesziel aufblicken.

 

 

5. Juni: Wanderung Monte Sam Primo (1686 m)

Der Monte San Primo ist der höchste Berg des Triangolo Lariano, dem Dreieck zwischen den beiden Armen des Comer Sees. Und dieser Berg war das Ziel der heutigen Wanderung :-)

Ausgangspunkt war der erste Parkplatz (ca. 970 m) am Beginn der Pian del Tivano, gleich unterhalb vom Straßenpass Colma di Sormano (1124 m). Dann ging unsere Wanderung los: Der breite Wanderweg stieg anfangs sehr moderat an und führte uns zur Alpetto di Torno. Danach wechselten wir auf einen schönen Naturweg, wir liefen weiter bergan und erreichten alsbald eine offene Wiesenlandschaft mit zahlreichen Langensee-Narzissen (Narcissus ×verbanensis). Nach Erreichen der Alpe Spessola (1237 m) begann der eigentliche Aufstieg zum M. San Primo. Der breite Weg führte uns durch steile Grasflanken bis zur Alpe di Terra Biotta (1536 m). Nun war es nicht mehr weit bis zum ungemein aussichtsreichen Gipfel des Monte San Primo (1686 m), den wir über einen schönen Kammweg erreichten. Leider war es recht dunstig, so dass die Fernsicht etwas eingeschränkt war. Dennoch verweilten wir etwas länger an diesem schönen Ort. Für den Abstieg liefen wir auf dem „unteren“ Weg ein kurzes Stück zurück und bogen dann rechterhand auf einen nur schwach erkennbaren Pfad ab. Dieser Weg führte beinahe in direkter Falllinie nach unten. Anfangs über Bergwiesen mit vereinzelten Orchideen, später dann durch einen schönen Laubwald mit blühenden Goldregen. Bei der Alpe Varassera erreichten wir wieder eine Fahrstraße, bogen bei einer Verzweigung links ab und erreichten dann wieder den Ausgangspunkt.

Ca. 10 Km, 750 Höhenmeter, etwa 4 Stunden reine Gehzeit

 

 

6. Juni: Kleiner Stadtbummel Como und Heimfahrt

Schweren Herzens mussten wir uns am Sonntag vom Hotel Baia di Pare verabschieden. Ein ganz herzliches Dankeschön nochmals an die Familie Tentori für ihre herzliche Bedienung und das leckere Essen!

Vom Hotel fuhren wir auf direktem Wege nach Como – Die größte Stadt am Lario (Lago di Como): https://de.wikipedia.org/wiki/Como lädt jederzeit zu einem Stadtbummel ein. Wir machten hier einen kleinen Zwischenhalt, schlenderten durch die pittoresken Gassen oder entlang der Seepromenade und natürlich gönnten wir uns auch ein Gelato. Abgesehen vom obligatorischen Stau vor dem Südportal des Gotthardtunnels verlief unsere Rückfahrt reibungslos.

 

  

Fazit(s):

  • 4 abwechslungsreiche Wandertage gemeinsam in einer Gruppe machen einfach Spaß
  • Die Temperaturen waren teilweise hochsommerlich, die Wanderungen dementsprechend etwas schweißtreibend.
  • Zu guter Letzt wollen wir uns wieder bei allen Autofahrern für die tolle Leistung bedanken!
  • Lago di Lecco wir kommen wieder - Die Kombination Traum-Hotel und interessante Touren sind immer einen (Kurz)Urlaub wert. Spätestens im Jahr 2011 werden wir wieder dem Hotel Baia di Pare einen Besuch abstatten
  • Eine sehr harmonische Gruppe – Vielen Dank für Eure Teilnahme!
  • Labrador Lui war unser absoluter Star!

 

   
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