25.05. – 31.05.2009: Naturkundliche Wanderwoche am Gardasee

 

 

Vorwort:

Der Gardasee gehört aufgrund seiner landschaftlich reizvollen Lage und dem italienischen Flair seiner pittoresken Uferorte zu den beliebten Urlaubszielen der Deutschen. Auch für Outdoorfreunde bietet der Lago di Garda unzählige Möglichkeiten: Surfen und Kitesurfen auf dem Wasser, Rennvelofahren entlang der Uferstraßen und natürlich bieten die Berge rund um den See unzählige Möglichkeiten für MTB-, Wander- und Klettersteigtouren.

Abgerundet wird eine Wanderwoche am größten italienischen See natürlich mit reichlich Dolce Vita.

Weitere Infos zum Gardasee unter: https://de.wikipedia.org/wiki/Gardasee

In Botanikerkreisen ist die Region um den Gardasee für ihren hohen Anteil an endemischen Pflanzenarten berühmt. Ein Teil dieser Pflanzen ist weltweit nur in den Bergen rund um den Gardasee anzutreffen. Aufgrund der interessanten Ausschreibung waren die 7 freien Plätze innerhalb kürzester Zeit ausgebucht.

Nach einer langen Wartezeit und einer riesigen Vorfreude war es am 25. Mai schließlich soweit – Gemeinsam fuhren wir zum Lago di Garda.

 

 

25. Mai : Anreise und kleiner Erkundungsspaziergang

Die Anreise verlief bei traumhaften Wetterbedingungen über Basel – Zürich – Walensee – Sargans bis zum Flüelapass. Weiter ging es über Zernez bis zum Ofenpass – Hier machten wir eine längere Pause und hatten bereits etwas Zeit zum Botanisieren. Über das Val Mustair erreichten wir Südtirol – Die landschaftlich reizvolle Fahrt durch den Vintschgau führte uns über Meran bis Bozen. Über das hochsommerlich warme Etschtal erreichten wir den nördlichen Teil vom Gardasee.

Unsere Unterkunft während der gesamten Wanderwoche war das Hotel Saturno in Limone: https://www.hotelsaturno.info/de-de. Dieses Hotel besticht durch seine reizvolle Lage oberhalb von Limone und durch die gepflegten Außenanlagen inklusive Swimmingpool. Nach dem Check-In sprangen wir erstmal in den Pool – Bei den hochsommerlichen Temperaturen vor Ort die ideale Abkühlung.

Vor dem Abendessen unternahmen wir noch einen kleinen Spaziergang in Hotelnähe.

 

 

26. Mai: Monte Caplone, Cima Tombea – Im Reich der Endemiten

Unsere Wanderroute:

Rif. Cima Rest (ca. 1200 m) – Malga Casina – Malga Tombea (1820 m) – Bocca di Campei (1822 m) – Monte Caplone (1950 m) - Bocca di Campei (1822 m) - Malga Tombea (1820 m) – Bocca di Caplone (1755 m) - Malga Casina - Rif. Cima Rest (ca. 1200 m)

Zahlen und Fakten:

17 Km, 1100 HM, gute 6:00 Stunden

Link Onlinekarte:

https://www.outdooractive.com/de/route/wanderung/brescia/gardasee-mai-2009-26.-mai-monte-caplone-cima-tombea/162194774

Anmerkung zur Tour:

Die Berge rund um das Valvestino sind in Botanikerkreisen für ihren immensen Reichtum an seltenen Pflanzen bekannt, die Verbreitung von einigen dieser botanischen Kostbarkeiten ist auf diese Bergregion beschränkt. Die Flora ist hier noch artenreicher ist als am bekannten Monte Baldo. Der Bereich zwischen Monte Tremalzo und Cima Tombea wurde zu einem der wertvollsten Biotope Italiens erklärt.

Die Anfahrt vom Hotel bis zum Wanderausgangspunkt beim Rif. Cima Rest oberhalb Magasa dauerte weitaus mehr als eine Stunde – Doch es hatte sich gelohnt. Der breite Wirtschaftsweg führte uns anfangs durch saftige Bergweiden, für ein kurzes Stück durch einen prachtvollen südalpinen Buchenwald, danach wieder in freies Gelände. Gleich nach der Malga Casina bogen wir links auf einen Wanderpfad ab, der stetig anstieg und uns bis zum Almgebäude von Malga Tombea führte. Hier bogen wir rechterhand ab und liefen auf einem alten Kriegsweg weiter – Jetzt waren wir endgültig im Reich der Endemiten angekommen: Unmittelbar beim Felsentunnel entdeckten wir das Tombea-Steinbrech und das Felsen-Steinröschen – Beides Pflanzen, die weltweit nur in dieser Region zu finden sind und zweifelsohne die seltensten Pflanzen der gesamten Wanderwoche. Bei der Bocca Campei stiegen wir weglos auf den Monte Caplone, dem höchsten Punkt der heutigen Wanderung. Nun ging es zurück bis zur Malga Tombea – Jetzt folgten wir einem breiten Almweg, der uns bis zur Bocca di Caplone führte, hier begann der eigentliche Abstieg entlang dieses serpentinenreichen Wirtschaftswegs. Auf einer Höhe von ca. 1300 Metern verließen wir den breiten Weg und bogen linkerhand in einen anderen Wirtschaftsweg ab, der uns wieder bis zur Verzweigung oberhalb von Malga Casina leitete. Auf bereits bekannten Wege ging es zurück bis zum Ausgangspunkt Rif. Cima Rest.

Fazit: Das absolute botanische Highlight der gesamten Wanderwoche - Das Valvestino gehört noch zu den ursprünglichsten Regionen rund um den Gardasee und ist dementsprechend nicht so überlaufen.

Botanische Besonderheiten:

 

 

27. Mai: Monte Altissimo – Unterwegs am nördlichen Monte-Baldo-Kamm

Unsere Wanderroute:                           

Bergstation Monte-Baldo Seilbahn „Bocca Tratto Spin“ (1752 m) – Bocca di Navene (1425 m) – Monte Altissimo di Nago (2079 m) – Rifugio Graziani (1617 m) – Malga Tolghe (1450 m) - Bocca di Navene (1425 m) – Bergstation Monte-Baldo Seilbahn „Bocca Tratto Spin“ (1752 m)

Zahlen und Fakten:

17 Km, 1000 HM im Auf- und Abstieg, Ca. 6 Stunden

Link Onlinekarte:

https://www.outdooractive.com/de/route/wanderung/verona/gardasee-mai-2009-27.-mai-monte-altissimo/162206030

Anmerkung zur Tour:

Fahrt mit der Fähre von Limone bis Melcesine, danach fuhren wir mit der Seilbahn zur Bocca Tratto Spin am Monte-Baldo-Hauptkamm, traumhafter Blick auf den 1700 Meter tiefer liegenden See. Abstieg bis zur Bocca di Navene, dem tiefsten Punkt im Monte-Baldo-Hauptkamm und Grenze zwischen den Regionen Trentino und Venetien. Kurzes Stück der Straße entlang Richtung Norden, danach sind wir linkerhand auf einen markierten Pfad abgebogen – Es begann der Aufstieg zum Rifugio Damiano Chiesa, welches nur wenige Meter unterhalb des Gipfels liegt. Eine kleine Einkehr war natürlich obligat. Abstieg über den langen Ziehweg bis zum Rifugio Graziani, danach über die Alm Malga Tolghe zurück zur Bocca d. Navene und schließlich über ein Fahrsträßchen bis zur Bergstation. Mittlerweile rückte eine Gewitterfront näher, von der wir allerdings verschont blieben. Trockenen Hauptes fuhren wir wieder mit der Seilbahn hinunter nach Malcesine und mit dem Boot zurück bis Limone.

Botanische Besonderheiten (Auswahl):

 

 

28. Mai: Monte Brione – Aussichtsreicher Felsriegel zwischen Riva und Torbole

Eigentlich war für diesen Tag keine Wanderung, sondern ein sogenannter „Tag zur freien Verfügung“ geplant. Allerding gefielen die bisherigen Wanderungen und botanischen Erläuterungen der Gruppe so gut, dass der einhellige Wunsch geäußert wurde, auch am „Ruhetag“ eine Wanderung anzubieten. Es sollte allerdings etwas Kleineres sein, so dass nachmittags noch ausreichend Zeit für Dolce Vita, Bummeln oder Shopping war.

Der 376 Meter hohe Monte Brione liegt zwischen Riva und Torbole am nördlichen Ende vom Gardasee. Trotz seiner geringen Höhe bietet er eine imposante Rundumsicht über den nördlichen Teil vom See, in die umliegenden Berge und ins Sarcatal – Infos unter: https://de.wikipedia.org/wiki/Monte_Brione

Wir starteten unsere Genusswanderung am Parkplatz vom Yachthafen Riva, liefen auf dem „Sentiero della Pace“ (Friedensweg) zu den einzelnen Befestigungsanlagen und zum höchsten Punkt vom Monte Brione. Natürlich wurde auch wieder eifrig botanisiert – Diesmal entdeckten wir zahlreiche submediterrane Pflanzen, die am Gardasee teilweise die Nordgrenze ihrer Verbreitung erreichen. Der Rückweg unserer knapp 4stündigen und gemütlichen Wanderung führte uns vorbei an üppigen Gärten, durch Olivenhaine und Weinberge.

Die botanisch interessanten Arten an diesem Tag waren u. a.:

  • Und zahlreiche Kulturpflanzen aus dem Mittelmeerraum wie Zypresse, Olivenbaum…

Danach unternahmen wir noch einen ausgedehnten Stadtbummel in Riva: https://de.wikipedia.org/wiki/Riva_del_Garda

Fazit: Ein gelungener Ruhetag mit einer Genusswanderung und einem Stadtbummel

 

 

29. Mai: Monte Stivo (2059 m)

Unsere Wanderroute:

Passo S. Barbara (1169 m) – La Prese (1475 m) – Malga Stivo (1740 m) – Monte Stivo (2059 m) – Malga Stivo (1740 m) – La Prese (1475 m) – Castil (1265 m) – Malga Zanga (1140 m) - Passo S. Barbara (1169 m)

Zahlen und Fakten:

12 Km, 970 HM im Aufstieg, Ca. 4:50 Stunden

Link Onlinekarte:

https://www.outdooractive.com/de/route/wanderung/rovereto-vallagarina-altopiano-di-brentonico/gardasee-mai-2009-29.-mai-monte-stivo-2059-m-/162200960

Anmerkung zur Tour:

Dieser herrliche Aussichtsberg liegt nord(östlich) vom Gardasee – Neben einer tollen Aussicht bietet er einen enormen Blumenreichtum. Also hofften wir wieder auf eine reiche botanische Ausbeute. Kurzweilige Fahrt bis zum Passo S. Barbara. Anfangs gemächliches Wandern entlang eines Fahrweges, der später in angenehmen Serpentinen bis zum Almboden La Prese anstieg – Hier erreichten wir die Baumgrenze und machten unsere ersten botanischen Entdeckungen. Anstieg bis zur Alm Malga Stivo entlang eines breiten Schotterpfades. Letztes Stück bis zum Gipfel und zum (aktuell geschlossenen) Refugio auf einem angenehmen Bergpfad. Phänomenale Rundumsicht über den gesamten Gardasee und zu den Bergen des Trentinos. Ausreichend Zeit für eine Gipfelpause – Danach Abstieg bis La Prese. Hier nahmen wir den markierten Weg bis Castil (Reste einer Burgruine), Abstieg bis zu den Wiesen von Malga Zanga. Auf breiten und unmarkierten Wegen zurück bis zum Passo S Barbara.

Botanische Besonderheiten (Auswahl):

Zusätzlich entdeckten wir ein prachtvolles Exemplar einer Äskulapnatter: https://de.wikipedia.org/wiki/Äskulapnatter

 

 

30. Mai: Oberhalb von Limone

Unsere Wanderroute:

Unser Hotel (ca. 100 m) – Trattoria La Milanese (ca. 190 m) – Valle del Singol – Val Scaglione – Malga Dalco (ca. 850 m) – Monte Preals (884 m) – Malga Dalco (ca. 850 m) – Dega (904 m) – Valle Pura - Limone

Zahlen und Fakten:

10 Km, 950 HM im Aufstieg, 940 HM im Abstieg, Gute 4 Stunden Gehzeit

Link Onlinekarte:

https://www.outdooractive.com/de/route/wanderung/brescia/gardasee-mai-2009-30.-mai-oberhalb-von-limone/162198479

Anmerkung zur Tour:

Heute stand eine Wanderung mit Start beim Hotel auf dem Programm – Unsere heutige Runde führte uns vom Hotel bis zu einer grünen Alm oberhalb von Limone. Im Gegensatz zu den Wanderungen der letzten Tage (außer Monte Brione) war diesmal die Flora wesentlich mediterraner geprägt. Vom Hotel liefen wir vorbei an der Trattoria La Milanese und durch das reizvolle Val del Singol. Danach begann der steile Aufstieg bis zur grünen Hochfläche bei Malga Dalco. An einem Aussichtspunkt hatten wir eine schöne Sicht zum gegenüberliegenden Monte Baldo. Der Artenreichtum an Schmetterlingen war immens – Es wurde eifrig fotografiert. Beim Wegweiser Dega begann der steile und im oberen Teil auch etwas ausgesetzte und ruppige Abstieg durch das Valle Pura, eine gewisse Trittsicherheit war erforderlich. Nach unzähligen Abstiegsmetern erreichten wir den oberen Ortsrand von Limone. Jetzt war es nicht mehr weit bis zum Hotel.

Botanische Besonderheiten (Auswahl):

 

 

31. Mai: Heimfahrt und Abschluss-Wanderung im Vinschgau

Nach einer rundum gelungenen Wanderwoche am Gardasee mussten wir leider die Heimreise antreten. Wir ließen uns ausgiebig Zeit und machten bei den Steppenhängen im Vinschgau einen Zwischenhalt. Die südexponierten Hänge im Vinschgau werden auch als „Sonnenberg“ bezeichnet und beherbergen eine steppenartige Flora. Ein botanisch besonders wertvoller Steppenrasen befindet sich direkt oberhalb der Gemeinde Laas. Wir parkierten beim Sportplatz und bereits nach wenigen Minuten entdeckten wir die ersten botanischen Schätze. Wir waren sehr gemütlich und ca. eine Stunde unterwegs.

Die botanische „Ausbeute“ war sehr reichhaltig – Hier eine kleine Auswahl

Weitere Infos unter: https://de.wikipedia.org/wiki/Sonnenberg_(Vinschgau)

Rückfahrt war identisch mit dem Hinweg: Über Val Mustair – Ofenpass – (den winterlichen) Flüelapass – Sargans – Walensee - Zürich. Wir kamen wohlbehalten und staufrei zuhause an.

 

 

Fazit:

  • Vielfältige Wanderungen von den Berggipfeln bis zum Seeufer
  • Botanisch gesehen kamen wir voll auf unsere Kosten und lernten die vielfältige Pflanzenwelt von den (sub)mediterranen Tallagen bis zu den Berggipfeln kennen. Dabei entdeckten wir auch einige endemische und sehr seltene Pflanzen
  • Wettermäßig kamen wir voll auf unsere Kosten, einzelne Wärmegewitter zogen an uns vorbei. In Seenähe war es teilweise sogar zu heiß
  • Vielen Dank für Eure Teilnahme!
   
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