08.03. – 13.03.2010: Frühlingswandern am Gardasee

 

 

Vorwort:

Der Gardasee gehört aufgrund seiner landschaftlich reizvollen Lage und dem italienischen Flair seiner pittoresken Uferorte zu den beliebten Urlaubszielen der Deutschen. Auch für Outdoorfreunde bietet der Lago di Garda unzählige Möglichkeiten: Surfen und Kitesurfen auf dem Wasser, Rennvelofahren entlang der Uferstraßen und natürlich bieten die Berge rund um den See unzählige Möglichkeiten für MTB-, Wander- und Klettersteigtouren.

Abgerundet wird eine Wanderwoche am größten italienischen See natürlich mit reichlich Dolce Vita.

Weitere Infos zum Gardasee unter: https://de.wikipedia.org/wiki/Gardasee

Nach der rundum gelungenen naturkundlichen Wanderreise vergangenen Mai und der Herbst-Wanderwoche letzten Oktober wollten wir diesmal dem größten italienischen See einen Besuch im zeitigen Frühjahr abstatten. Wir freuten uns auf frühlingshafte Temperaturen und viel Sonnenschein - Leider ging dieser Plan diesmal nicht vollkommen auf – Wir erlebten ein seltenes „Wetterphänomen“ am Gardasee, nämlich Schneefall bis ans Seeufer.

 

 

8. März: Anreise und kleine Wanderung bei Torri del Benaco

Die Anreise verlief bei wahrlich trüben Wetter über Basel – Luzern – Gotthard – Lugano – Milano bis an den Gardasee. Unsere Unterkunft während der gesamten Wanderreise war das Hotel Fraderiana, welches in der Nähe von Torri del Benaco liegt. Ein einfaches 2Sterne-Hotel mit einem familiären Charakter und sehr leckeren Essen. Nach dem Check-In starteten wir zu unserer gemeinsamen Wanderung:

Unsere Wanderroute:

Torri del Benaco (67 m) – Prandine (177 m) – Kapelle San Siro (210 m) - Crero (207 m) – Felszeichnungen von Crero – Anze (180 m) – Loncrino di sotto - Torri del Benaco (67 m)

Zahlen und Fakten:

10 Km, 280 HM im Auf- und Abstieg, Gute 3 Stunden (gemütlich)

Link Onlinekarte (Bilder sind von Oktober 2009):

https://www.outdooractive.com/de/route/wanderung/verona/gardasee-oktober-2009-31.-oktober-genusswanderung-bei-torri-del-benaco/166496501

Anmerkung zur Tour:

Unsere Einstiegswanderung führte uns durch eine liebliche Hügellandschaft am südöstlichen Teil des Lago di Garda – Ausgangspunkt war die ehemalige Scaligerburg in Torri del Benaco (https://de.wikipedia.org/wiki/Torri_del_Benaco). Die genussvolle und abwechslungsreiche Wanderung führte uns durch zahlreiche Olivenhaine, es ging durch kleine Bauerndörfer und ebenso durch mediterran geprägte Buschwälder. Das Highlight waren die Felszeichnungen bei Crero: http://www.torridelbenaco.de/die_felszeichnungen.htm. In den lichten Wäldern und auf den Wiesen entdeckten wir einige Frühlingsblumen. Das „Highlight“ war wohl die Hunds-Zahnlilie (https://de.wikipedia.org/wiki/Hunds-Zahnlilie).

Am Ende der Wanderung bummelten wir noch durch Torri d. Benaco, zum Abschluss gab es einen wunderschönen Sonnenuntergang überm See.

Danach ging es zurück zum Hotel – Ein feines Abendessen und reichlich Vino de la Casa rundeten diesen gelungenen Anreisetag ab.

 

 

9. März: Monte Castello (866 m)

Unsere Wanderroute:

Fornico (207 m) – Navazzo (487 m) – Monte Castello di Gaino (870 m) – Navazzo (487 m) – Sostaga (458 m) - Fornico (207 m)

Zahlen und Fakten:

8 Km, 600 HM im Auf- und Abstieg, Gute 3 Stunden

Link Onlinekarte:

https://www.outdooractive.com/de/route/wanderung/brescia/gardasee-maerz-2010-09.-maerz-monte-castello-866-m-/166592467

Anmerkung zur Tour:

Mit der Autofähre von Torri d. Benaco über den stürmischen Gardasee bis Toscolano-Maderno, danach Fahrt ins kleine Dorf Fornico. Technisch einfache Wanderung auf größtenteils bequemen Wegen. Lediglich das letzte Stück auf den ungemein aussichtsreichen Gipfel verlangt etwas Trittsicherheit, eine drahtseilgesicherte Stelle. Der Blick vom Gipfel war phänomenal – Es war allerdings recht windig und kühl, der prognostizierte Wetterumschwung kündigte sich bereits an!

Nach der Wanderung Rückfahrt über Sirmione (https://de.wikipedia.org/wiki/Sirmione). Das wohl bekannteste touristische Highlight am Gardasee ohne Menschenmassen erleben zu dürfen ist schon ein besonderes Erlebnis!

 

 

10. März: „Winterwanderung“ oberhalb von Torri d. Benaco und Garda

Unsere Wanderroute:

Torri del Benaco (67 m) – Monte Pomo (173 m) – Punta San Vigilio (68 m) – Garda (68 m) - Punta San Vigilio (68 m) – Monte Pomo (173 m) – Felszeichnungen (Roccia delle Griselle, Roccia dei Cavalieri) – Monte Are (379 m) – Unerhalb vom Monte Luppia – Valmagra - Torri del Benaco (67 m)

Zahlen und Fakten:

20 Km, 515 HM im Aufstieg, 530 Höhenmeter im Abstieg, 6 Stunden

Link Onlinekarte (Kleine Abweichungen zur tatsächlich gelaufenen Strecke möglich):

https://www.outdooractive.com/de/route/wanderung/verona/gardasee-maerz-2010-10.-maerz-winterwanderung-oberhalb-von-torri-d/166604794

Anmerkung zur Tour:

Aufgrund des angekündigten Wetterumschwungs waren für die nächsten Tage keine Wanderungen in höheren Lagen möglich – Umdisponiert war schnell: Wir unternahmen nochmals eine Wanderung im Hügelland zwischen Torri del Benaco und Garda. Start der heutigen Wanderung war wieder der Parkplatz bei der Scaligerburg. Bereits nach wenigen Minuten ging der Schneeregen in Schnee über – Wir folgten dem Wanderweg Nr. 41 bis zum Aussichtspunkt Punta San Vigilio. Danach liefen wir parallel zur Straße bis an den Hafen von Garda. Hier gönnten wir uns trotz dem winterlichen Schmuddelwetter ein leckeres Gelato. Es ging zurück bis Punta San Vigilio und nach einem kurzen Aufstieg kamen wir bei den Felszeichnungen von Roccia delle Griselle und Roccia dei Cavalieri vorbei – Ein Teil dieser Felsmalereien scheint sehr alt zu sein: http://www.torridelbenaco.de/die_felszeichnungen.htm. Das Durchschreiten eines mediterranen Buschwaldes (Steineichen) mit teilweise 5-10 cm Neuschnee ist ein wahrlich seltenes Erlebnis. Auf eine Besteigung vom eigentlichen Gipfel des Monte Luppia verzichteten wir, stattdessen liefen wir auf direktem Wege bis zum kleinen Weiler Valmagra. Nun war es nicht mehr weit bis nach Torri d. Benaco.

Fazit: Schnee am südlichen Gardasee ist ein sehr seltenes Ereignis – Trotz diesem Schlechtwettertag hat uns die Wanderung sehr viel Spaß gemacht :-)

 

 

11. März: Oberhalb von Nago und Torbole

Unsere Wanderroute:

Torbole (67 m) – Castel Penedè (258 m) - Nago (216 m) – Marmitte dei Giganti (220 m) – Nago (216 m) – Malga Zures (690 m) – Torbole (67 m)

Zahlen und Fakten:

13,5 Km, ca. 800 HM im Auf- und Abstieg, 4-5 Stunden Gehzeit

Link Onlinekarte:

https://www.outdooractive.com/de/route/wanderung/garda-trentino/gardasee-maerz-2010-11.-maerz-oberhalb-von-nago-und-torbole/167084835

Anmerkung zur Tour:

Gestartet sind wir an der Promenade in Torbole, die sich noch im „Winterschlaf“ befand, Aufstieg über einen schönen Pflasterweg bis zum Castel Penedè, welches sich am Ortsrand von Nago befindet: (https://de.wikipedia.org/wiki/Castel_Penede). Danach machten wir einen kleinen Abstecher zu den Gletschermühlen „Marmitte dei Giganti“. Wir schlenderten anschließend durch den Ortskern von Nago – Wir folgten einem Fahrsträßchen aus dem Ort heraus, dieses ging später in einen Wanderweg über, wir kamen am Felssturzgelände von Daine vorbei. Die Landschaft um uns herum wurde immer winterlicher – Wendepunkt der heutigen Tour war bei Malga Zures. Auf einem teilweise steinigen und im oberen Teil rutschigen Weg erreichten wir wieder den Ortskern von Torbole.

 

 

12. März: Von Cassone zur Einsiedelei SS. Benigno e Caro

Unsere Wanderroute:

Cassone (75 m) – Capitello Della Merla (525 m) - Einsiedelei SS. Benigno e Caro (830 m) – Malga Fiabio (721 m) – Granei (345 m) - Cassone (75 m)

Zahlen und Fakten:

8 Km, Ca. 850 HM im Auf- und Abstieg, knappe 4 Stunden

Link Onlinekarte:

https://www.outdooractive.com/de/route/wanderung/verona/gardasee-maerz-2010-12.-maerz-von-cassone-zur-einsiedelei-ss.-benigno/167502371

Anmerkung zur Tour:

Fahrt bis nach Cassone – Zu Beginn der Wanderung haben wir den wohl kürzesten Fluss der Welt besichtigt. Der Ri (oder Aril) hat von seiner Quelle bis zur Mündung nur eine Länge von ca. 80 Metern. Tipp: Gute Parkmöglichkeiten bei der Kirche. Danach begann der steile Aufstieg, anfangs auf einem betonierten/gepflasterten Weg, der später recht steinig wurde. Unerwartet schnell erreichten wir wieder die Schneegrenze – Die Einsiedelei SS. Benigno e Caro befand sich komplett in einer winterlich eingeschneiten Landschaft. Ein wahrlich ungewohntes Bild für den Gardasee. Mit wenig Höhenunterschied ging es bis zur Malga Fiabio. Hier begann der Abstieg, der uns problemlos zurück nach Cassone leitete. Fazit: Nicht gerade die Toptour am Gardasee – Aber durch die einfachen Wege auch gut bei Neuschnee machbar.

Im Anschluss dieser Wanderung fuhren wir nach Torri del Benaco, wo wir sogar von der Abendsonne überrascht wurden. Die Wetterbesserung kündigte sich also bereits am Vorabend der Abreise an…

 

 

13. März: Heimreise – Abschied vom Gardasee nehmen

Der Abschied vom Gardasee fiel uns trotz den widrigen und winterlichen Wetterbedingungen nicht leicht – Denn die Gruppe war sehr harmonisch und wir hatten ein ausgezeichnetes Hotel.

Bei sonnigen Wetter unternahmen wir noch eine kleine Abschlusswanderung im Gebiet Rocca di Manerba. Trotz der geringen Höhe von nur 216 Metern war die Wanderung sehr reizvoll: Reste einer Burgruine (https://de.wikipedia.org/wiki/Rocca_di_Manerba), ein imposanter Weg oberhalb einer Steilküste und einige Frühlingsblumen. Dieses Gebiet ist vor allem im Mai ein Geheimtipp für Botaniker und beherbergt einige Orchideen und weitere seltene Pflanzen. Nach gut 2 Stunden machten wir uns an die Heimreise.

Für die Rückfahrt wählten wir die Variante über das Westufer vom Gardasee – Autostrada bis Milano –Como – Lugano – Gotthard-Tunnel - Luzern – Basel. Wir kamen wohlbehalten und staufrei zuhause an.

 

 

Fazit:

  • Über das miserable Wetter wollen wir nicht diskutieren – Ein Wintereinbruch in dieser Form ist am Gardasee die absolute Ausnahme und wir hatten wirklich Pech
  • Aufgrund vom Neuschnee konnten wir natürlich keine Touren in höheren Lagen unternehmen – Die Alternativwanderungen waren dennoch sehr reizvoll
  • Es war ungewohnt ruhig am Gardasee, ohne die ansonsten so üblichen Touristenmassen
  • Die Gruppe war sehr harmonisch und trotz dem Wetter gut gelaunt
  • Das Hotel Fraderiana ist absolut empfehlenswert – Ein kleines und sehr familiär geführtes Haus mit einem leckeren und landestypischen Abendessen
  • Vielen Dank für Eure Teilnahme!
   
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