Pico del Teide (3718 m) - Höchster Berg von Spanien

 

Kompletter Bericht von unserer Wanderwoche auf Teneriffa vom 08.11. - 15.11.10:

http://www.straussenclique.de/index.php?option=com_content&view=article&id=143&Itemid=152 

 

 

Wichtige Anmerkung im Voraus:

Gelegentlich wird der Mulhacén (http://de.wikipedia.org/wiki/Mulhacén) als höchster Berg Spaniens bezeichnet. Tatsächlich ist der höchste Berg der Sierra Nevada „nur“ die höchste Erhebung des spanischen Festlandes.

 

Tourenprofil:

Der Aufstieg zum höchsten Berg Spaniens verspricht eine interessante und technisch einfache Bergwanderung auf  eine stolze Höhe von 3718 m. Die landschaftlichen Höhepunkte sind sehr reizvoll: ein wüstenartige Vulkanlandschaft mit einer interessanten Flora (Mai/Juni). Somit ist diese Tour ein Paradies für Geologen, Vulkanologen wie auch für Botaniker. Die Aussicht vom Gipfel ist unbeschreiblich: Ganz Teneriffa liegt einem zu Füßen, die benachbarten Kanareninseln sind zum Greifen nahe, mit etwas Glück ist sogar der afrikanische Kontinent zu erkennen.


Zahlen & Fakten:

Wanderzeit: 6 Stunden reine Gehzeit 

Höhenmeter: ca. 1400 Höhenmeter 

Schwierigkeitsgrad der Tour nach der SAC-Wanderskala (Link zur Beschreibung):

T2, Gipfelbereich: ein „schwaches“ T3


Anforderungen, Schwierigkeiten:

Technische Schwierigkeiten sind praktisch nicht vorhanden, die Wanderwege zum Teide sind perfekt angelegt. Probleme kann es im Gipfelbereich lediglich bei Vereisung oder Neuschnee geben - Allerdings wird das letzte Stück zum Gipfel in diesem Falle sowieso meistens von der Nationalparkverwaltung gesperrt. 

Unbedingt an warme Bekleidung, Handschuhe und Mütze (auch im Sommer), Sonnenschutz und ausreichend Flüssigkeitszufuhr denken. 

Nicht zu unterschätzen ist auch die dünne Luft auf 3700 Metern. Vor allem wenn man berücksichtigt, dass meistens in einem Hotel in Meereshöhe übernachtet wird und die Besteigung als Tagestour stattfindet

 

Für die Organisation unbedingt zu beachten:

Für den Schlussaufstieg von der Bergstation der Seilbahn bis zum Teide-Gipfel ist eine Sondergenehmigung der Nationalparkverwaltung in der Inselhauptstadt Santa Cruz erforderlich. Dieses Permit kann persönlich wie auch per Mail (Wartezeit: ca. 1 Woche) beantragt werden. 

Für weitere Informationen bitte diesen Link anklicken

Wir betonen nochmals ausdrücklich, dass man die Vorgehensweise genau durchlesen sollte. Nicht dass wegen einer „Lappalie“ der Aufstieg zum höchsten Berg Spaniens bei der Bergstation der Seilbahn zu Ende ist. Die Nationalpark-Ranger sind sehr rigoros und bestehen grundsätzlich auf ein korrektes Permit. 

Es gibt eine Möglichkeit, um diese bürokratische Prozedur zu umgehen: Wenn man nachts zum Gipfel aufsteigt und wieder vor 8:30 Uhr an der Bergstation angekommen ist. Eine Besteigung des höchsten Spaniers bei Nacht mit  einem einmaligen Sonnenaufgang ist garantiert ein unvergessliches Erlebnis. In diesem Falle empfiehlt sich allerdings die Nächtigung im Refugio de Altavista. 

Am besten schließt man sich einer geführten Gruppe eines Reiseveranstalters an, der die Beantragung des Permits übernimmt. 

Außerdem wollen wir noch hinweisen, dass der Gipfelweg zum Teide kurzfristig wegen Neuschnee, Vereisung oder starkem Wind gesperrt werden kann.

Bei Sturm ist der Betrieb der Seilbahn eingestellt - Also am besten vor Tourenbeginn erkunden, ob die Bergbahn fährt. 

http://www.telefericoteide.com/ale/infogral.html - Fahrzeiten, Preise der Teleféico del Teide

     

Ausgangspunkt: 

Parkplatz „Montana Blanca“ (2350 Meter) mit ausreichend Parkmöglichkeiten. Bis dorthin mit dem Kleinbus von Diga-Sports.

     

Strecke:

Parkplatz „Montana Blanca“ (2350 Meter) - Teide Eier - Refugio de Altavista (3260 Meter) - Bergstation Teide Seilbahn (3555 m) - Pico del Teide (3718 m) - Bergstation Teide Seilbahn (3555 m) 

   

Markierung auf Gipfel:

Der höchste Punkt auf dem Gipfel ist leicht zu erkennen. Des Weiteren sind noch Reste (Verankerungen) eines ehemaligen Gipfelkreuzes erkennbar.

 

Ausführlicher Tourenbericht:

Heute war Gipfeltag: Der höchste Berg Spaniens erwartete uns. Einige von unseren Teilnehmern waren schon sehr aufgeregt und freuten sich riesig auf diesen Tag. Bei idealen Wetterbedingungen fuhren wir wieder mit einem Reisebus bis zur Teide-Hochfläche. Wieder gab es zwei Gruppen: „Teide-Light-Wanderer“ liefen zuerst unten auf der Hochebene und fuhren anschließend mit der Bergbahn bis auf ca. 3500 Meter und erstürmten erst dann den Gipfel. Der Großteil der Teilnehmer allerdings legten 1400 Höhenmeter bis zum Gipfel zurück. Die „große Teide-Tour“ begann am Parkplatz „Montana Blanca“ (2350 Meter) und führte uns mit wenig Anstieg durch eine wüstenartige Lavalandschaft und als Höhepunkte die „Teide-Eier“ (große Lavabrocken). Der breite Weg schlängelte sich gemächlich bis auf eine Höhe von ca. 2700 Metern. Nun wurde es wesentlich steiler und der serpentinenreiche Weg führte durch dunkles Lavagestein bis zum Refugio de Altavista (3260 Meter), wo wir eine Pause einlegten. Der Weiterweg zur Bergstation der Seilbahn war anfangs noch steiler, wurde aber zunehmend flacher. Wir sahen sehr schnell nach der Hütte den Gipfelaufbau d. Teide. Bei der Bergstation (3555 Meter) war für Personen ohne Permit Schluss. Denn für die letzten 200 Höhenmeter bis zum Gipfel benötigt man eine Genehmigung. Doch Diga-Sports hat alles klasse organisiert und so kamen wir ohne Probleme an den Rangern vorbei. Nun ging es nicht mehr lange und wir erreichten gemeinsam mit den Teide-Light-Wanderer den höchsten Berg Spaniens mit 3718 Metern. Die Rundumsicht war unbeschreiblich, sie hätte selbst aus einem Flugzeug nicht besser sein können. Voller Stolz hissten wir die Spanienflagge und waren riesig stolz auf diesem Gipfeltriumph. Vor allem unser Reiseleiter Jochen war wieder in seinem Element ;-) Danach ging es zur Bergstation zurück, wo wir in wenigen Minuten wieder talwärts schwebten.



 


   
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