Zugspitze (2962 m) - Höchster Berg von Deutschland

 

Bericht von unserer Zugspitztour vom 03.09. - 05.09.10 ist ebenso hier zu finden:

http://www.straussenclique.de/index.php?option=com_content&view=article&id=173&Itemid=190

 

Tourenprofil:

Die Besteigung des höchsten Berges Deutschlands und vom Bundesland Bayern ist eine lange Angelegenheit: Vom Parkplatz am Skistadion Garmisch bis zum Gipfel ist ein Höhenunterschied von über 2200 Metern zu überwinden. Am besten man verteilt den Aufstieg auf 2 Tage und plant eine Übernachtung in der Knorrhütte (unbedingt vorreservieren) ein. 

Bis zur Knorrhütte sind aufgrund der langen Strecke einfach nur Ausdauer und eine gute Kondition gefragt, auch der Weiterweg bis zum Sonnalpin gestaltet sich problemlos. Der eigentliche „alpine Leckerbissen“ sind die letzten 400 Höhenmeter vom Sonnalpin bis zum Gipfel. Ein klettersteigähnlicher Weg führt teilweise etwas ausgesetzt, aber ohne große Schwierigkeiten, bis zum Gipfel. 

Für Klettersteigprofis ist die Variante über das Höllental interessant, ein „einfacherer“ Klettersteig führt von der österreichischen Seite über den „Stöpselzieher“ bis zum Gipfel. Für diese Tourvarianten ist ein Klettersteigset unbedingt erforderlich.

 

Zahlen & Fakten:

Wanderzeit: Je nach Marschtempo: 9-11 Stunden reine Gehzeit 

Streckenlänge: ca. 19 Km 

Höhenmeter: ca. 2200 Höhenmeter 

Schwierigkeitsgrad der Tour nach der SAC-Wanderskala (Link zur Beschreibung):

Bis zur Reintalangerhütte: T1, Aufstieg zum Sonnalpin: T2. Das letzte Stück vom Sonnalpin bis zum Gipfel bewegt sich im Bereich T3+/T4-


Anforderungen, Schwierigkeiten:

Sehr gute Kondition und Ausdauer: Die Wanderung hat eine reine Gehzeit von ca.  10 Stunden. 

Beim eigentlichen Gipfelaufstieg vom Sonnalpin bis zum Gipfelkreuz benötigt man Trittsicherheit im alpinen Gelände und Schwindelfreiheit auf dem Grat. 

Bei Nässe und Neuschnee ist von einer Gipfelbesteigung abzuraten, oder man steigt ab Sonnalpin in die Bergbahn und fährt bis zum Gipfel. 

Der „größte Alptraum“ dieser Tour sind wohl die Menschenmassen auf dem Gipfelplateau und ggf. das Anstehen auf den letzten Metern von der Besucherplattform bis zum goldenen Gipfelkreuz.


Für die Organisation unbedingt zu beachten:

Eine Vorreservierung auf der Knorrhütte (www.knorrhuette.de) ist aufgrund der hohen Auslastung der Hütte unbedingt erforderlich. Wir haben bereits im Juli/August die Schlafplätze reserviert. Eine Anzahlung von 10 Euro pro Person im Voraus ist obligatorisch. Selbst bei Schlechtwetter oder Wintereinbruch und einer damit verbundenen Absage der Tour gibt es keine Rückerstattung der Anzahlung !

     

Ausgangspunkt: 

Skistadion am Ortsrand von Garmisch-Partenkirchen. Parkplatz gebührenpflichtig: 5 Euro für 3 Tage (Stand: Sept. 2010)

     

Strecke:

Garmisch Skistadion (708 m) - Partnachklamm (800 m) - Reintal - Bockhütte (1052 m) - Reintalangerhütte (1370 m) - Knorrhütte (2052 m) - Sonnalpin (2576 m) - Fahrt mit Bergbahn - Zugspitze (2962 m)

     

Markierung auf Gipfel:

Auf dem Zugspitzgipfel befindet sich ein großes und aufwendig gestaltetes Gipfelkreuz. Bei Neuschnee ist die Endetappe von der meistens überbevölkerten Gipfelplattform bis zum Gipfelkreuz aus Sicherheitsgründen gesperrt. 

Ein Durchkommen ist dennoch möglich. Wir haben diese Absperrung einfach ignoriert ;-)


Ausführlicher Tourenbericht (inklusive Anreisetag mit Bummel in Garmisch):

Wir haben´s geschafft ! 11 Personen der Straußenclique standen am Sonntag, 05.09. auf der Zugspitze. 

Doch nun erst einmal alles der Reihe nach:

Freitag (05.09.):

Am Freitag haben wir uns gegen 8:00 Uhr in Freiburg getroffen und sind mit 2 PKW´s bis Garmisch gefahren. Nach einem kurzen Einchecken im Hotel Alter Wirt in Farchant fuhren wir gemeinsam nach Garmisch, wo wir bei idealen Wetterbedingungen durch die gemütliche Fußgängerzone bummelten konnten. Gegen Abend waren wir schließlich komplett (eine Person reiste aus dem Ruhrgebiet, eine weitere aus der Stuttgarter Gegend und eine Person aus dem Thurgau an). Der Abend im Hotel war vergnüglich und unterhaltsam, es wurde bereits viel über die morgige Tour gesprochen, aber auch lockere Witze und nette Unterhaltungen standen auf dem Programm.

Samstag (04.09.):

Der Samstag begann mit einem Frühstück um 6:00 Uhr. Leider regnete es beim Aufstehen noch ziemlich stark. Gut gestärkt fuhren wir gemeinsam zum Skistadion, wo wir unsere Autos abstellten. Ein asphaltierter Weg führte uns durch die imposante Partnachklamm. Da wir vor 8:00 Uhr den Eingang passierten, mussten wir keinen Eintritt bezahlen ;-) Durch die Wassermassen und das Regenwetter der letzten Tage war es in der Klamm sehr feucht und so wurden wir sogar ohne Regen nass. Anschließend begann der schier endlose Weg durch das Reintal. Anfangs liefen wir leicht ansteigend einen breiten Waldweg entlang. Erst kurz vor der Bockhütte wurde der Weg schmaler und erreichte langsam den Status eines Wanderweges. Bei der Bockhütte war Zeit für einen wohlverdienten Kaffee und eine kleine Brotzeit. Der weitere Wegverlauf führte uns durch den schönsten Teil d. Reintals: Teilweise erinnerte die Urwüchsigkeit dieses engen Tals an Kanada und Alaska. Passend zur Mittagspause erreichten wir die Reintalangerhütte, wo wir uns nochmals stärkten. Nach der Reintalangerhütte begann der eigentliche Aufstieg d. heutigen Tages: Durch lichten Wald und später Latschenbestände stieg der Weg ziemlich steil an. In einer felsigen Schuttrinne wurde es zeitweise noch etwas steiler. Wir waren alle froh, als wir nach einer reinen Gehzeit von ca. 6-7 Stunden, 16 Kilometern und 1300 Höhenmetern die schön gelegene Knorrhütte erreichten. Leider war die Hütte trotz dem mittelmäßigen Wetter vollkommen ausgebucht. Den Abend verbrachten wir in einem sehr vollen Gästeraum. Wir mussten ganz schön zusammenrücken, doch dies tat unserer guten Laune keinen Abbruch. Wir legten uns gegen 22:00 Uhr schlafen und konnten überraschenderweise gut in dem sehr engen 11-Bett-Zimmer schlafen.

Sonntag (05.09.): 

Der nächste Tag begann mit einem spärlichen Frühstück und einer Vorfreude auf die Zugspitze. Nachdem wir uns alle gerichtet hatten, stiegen wir von der Hütte Richtung Zugspitzplatt auf. Der Weg war trotz Neuschnee nicht zu verfehlen. Anfangs entdeckten wir sogar noch ein paar Alpenblumen, doch weiter oben liefen wir durch eine winterlich anmutende Landschaft. Das Wetter war vielversprechend, lediglich der Gipfel hüllte sich noch im Nebel. Nach Erreichen d. Sonnalpin besichtigten wir die Kapelle, welches übrigens die höchstgelegene Kapelle Deutschlands ist. Gerne wären wir vom Sonnalpin zum Gipfel gelaufen, allerdings wäre dies aufgrund d. Schneeverhältnisse zu gefährlich gewesen. So fuhren wir mit der Bergbahn v. Zugspitzplatt zum Gipfel. Nach wenigen Minuten kamen wir am Gipfel an und waren positiv von der Tatsache überrascht, dass noch relativ wenige Menschen die Gipfelplattform bevölkerten. Nun liefen wir zielstrebig zum eigentlichen Gipfel, auf dem das bekannte Gipfelkreuz steht. Dieser Weg war aufgrund d. Schneeverhältnisse durch eine Barriere gesperrt. Dennoch stiegen 3 Personen unserer Gruppe über den kleinen Klettersteig bis zum Gipfelkreuz auf. Hier konnten wir voller Stolz die mitgenommene Bayernfahne hissen. Wir werden künftig bei Bundeslandhöhepunkte die jeweilige Landesflagge mitnehmen. Wir hielten uns eine knappe Stunde auf dem Gipfelplateau auf, genossen die tolle Fernsicht und sahen als Besonderheit eine Glorie ( http://de.wikipedia.org/wiki/Glorie). Unser Wanderführer spendierte für uns alle einen leckeren Spätburgunder aus Wolfenweiler, welcher er während dem ganzen Aufstieg mitschleppte ! Mit der Eibsee-Bergbahn fuhren wir wieder ins Tal und mit der Zugspitzbahn bis nach Garmisch. Der Abschluss fand in einer netten Kneipe gegenüber dem Skistadion statt. Nach einer herzlichen Verabschiedung machten wir uns an die Heimfahrt.

Ein ganz großes Dankeschön an alle TeilnehmerInnen ! Es waren 3 tolle und unvergessliche Tage.

Interessanter Link über die besten Klettersteige in Bayern: http://www.bergzeit.de/magazin/klettersteige-bayern-fuenf-tipps

Bilder von Karin:

   
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